
Wie Infrarotsauna wirkt.
Kurz gesagt
- Eine Infrarotsauna erwärmt den Körper direkt von innen. Die Kabine bleibt dabei angenehm bei etwa 40 bis 60 °C.
- Studien zeigen positive Effekte auf Gefäßfunktion, Blutdruck und die Erholung nach dem Training.
- Viele Menschen erleben die Wärme als tief entspannend, was Schlaf und Wohlbefinden zugutekommen kann.
Hitze kennt der Mensch seit Jahrtausenden als Ritual.
Dampfbäder, Schwitzhütten, finnische Saunen: Fast jede Kultur hat einen Weg gefunden, den Körper bewusst zu erwärmen. Die Infrarotsauna ist die moderne Weiterentwicklung davon. Sanfter, angenehmer und gezielter.
Was passiert in deinem Körper, wenn du dich 30 Minuten in eine Infrarotkabine setzt? Und was sagt die Wissenschaft dazu?
Wärme, die von innen kommt
Eine klassische finnische Sauna heizt die Luft auf 80 bis 100 °C. Die heiße Luft erwärmt deine Haut, und von dort wandert die Wärme langsam nach innen.
Eine Infrarotsauna geht einen anderen Weg. Ihre Strahler senden Infrarotlicht aus, das direkt vom Gewebe aufgenommen wird und dort Wärme erzeugt. Die Luft in der Kabine bleibt mit etwa 40 bis 60 °C deutlich angenehmer.
Das macht den Unterschied: Du kannst entspannt atmen, länger in der Wärme bleiben und trotzdem intensiv schwitzen. Genau deshalb empfinden viele Infrarot als die angenehmere Form der Wärme.
Was im Körper passiert
Sobald dein Körper wärmer wird, setzt er sein Kühlsystem in Gang. Die Blutgefäße weiten sich, das Herz schlägt schneller, und die Durchblutung nimmt zu. Für Herz und Kreislauf ist das ein Reiz, der einer moderaten Bewegung ähnelt.
Eine Übersichtsarbeit kam zu dem Ergebnis, dass regelmäßige Infrarotsauna-Anwendungen den Blutdruck senken und die Gefäßfunktion verbessern können.¹ Japanische Forschende zeigten außerdem, dass wiederholte Wärmetherapie in einer Infrarotkabine die Funktion der Gefäßinnenwand verbesserte – bei Menschen mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.²
Gesunde Gefäße sind die Grundlage für fast alles: Energie, Leistungsfähigkeit und Regeneration.
Regeneration: Was die Forschung zeigt
Eine finnische Studie hat genau untersucht, was Infrarot nach dem Sport bewirkt.³ Männer absolvierten ein hartes Kraft- oder Ausdauertraining und gingen danach in eine Infrarotsauna. Das Ergebnis: Nach dem Krafttraining erholte sich die Leistungsfähigkeit der Muskeln mit Infrarot besser. Die Teilnehmenden beschrieben die Anwendung zudem als angenehm und entspannend.
Der Grund liegt in der Durchblutung. Mehr Blutfluss bringt Sauerstoff und Nährstoffe dorthin, wo der Körper repariert. Verspannte Muskeln lockern sich in der Wärme, und viele fühlen sich nach einer Session spürbar beweglicher.
Tiefe Entspannung für Körper und Kopf
Wärme wirkt nicht nur auf die Muskeln. Eine japanische Studie zeigte, dass regelmäßige Wärmetherapie in einer Infrarotkabine das Wohlbefinden steigerte und körperliche Beschwerden verringerte.⁴
Das passt zu dem, was viele nach einer Session beschreiben: Der Kopf wird ruhiger, der Körper schaltet vom Anspannungs- in den Erholungsmodus.
Besser schlafen
Viele berichten, dass sie nach einer Infrarot-Session besser schlafen. Dafür gibt es eine schlüssige Erklärung.
Um einzuschlafen, muss die Körperkerntemperatur leicht sinken. Nach einer Wärmeanwendung gibt der Körper die aufgenommene Wärme wieder ab, und genau dieser Abkühlungseffekt erleichtert das Einschlafen. Eine systematische Übersicht nennt besseren Schlaf ausdrücklich unter den positiven Effekten regelmäßiger Wärmeanwendungen.⁵
Unterstützung für das Immunsystem
Wärme trainiert auch die Abwehrkräfte. In einer Studie erkrankten Menschen, die regelmäßig in die Sauna gingen, deutlich seltener an Erkältungen als die Vergleichsgruppe.⁶
Der Körper reagiert auf den Wärmereiz mit Anpassung. Genau diese Anpassungsfähigkeit ist es, die ihn widerstandsfähiger macht.
Ein Ritual für ein langes, gesundes Leben
Eine große finnische Langzeitstudie mit über 2.300 Männern zeigte: Wer regelmäßig Saunabäder nutzte, hatte ein deutlich geringeres Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.⁷ Je häufiger, desto stärker war der Zusammenhang.
Wärme ist damit nicht nur Wellness. Sie kann ein fester Baustein für Gesundheit und Longevity sein.
So holst du das Beste aus deiner Session
- Trink ausreichend, vor und nach der Session. Wasser reicht völlig.
- 20 bis 30 Minuten sind ein idealer Einstieg. Hör dabei auf deinen Körper.
- Nach dem Training unterstützt du gezielt deine Regeneration.
- Regelmäßigkeit macht den Unterschied. Die stärksten Effekte zeigten sich in Studien bei wiederholter Anwendung.
Fazit
Eine Infrarotsauna ist weit mehr als ein warmer Raum. Dein Körper antwortet auf die Wärme mit besserer Durchblutung, gesünderen Gefäßen, schnellerer Erholung und tiefer Entspannung.
Die Forschung zeigt immer deutlicher, was viele schon lange spüren: Regelmäßige Wärme tut gut, für den Körper und für den Kopf.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei Unsicherheit sprich vor der Anwendung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Erkenntnisse dieses Artikels basieren unter anderem auf folgenden Forschungsarbeiten:
- Beever R. Far-infrared saunas for treatment of cardiovascular risk factors: summary of published evidence. Canadian Family Physician, 2009.
- Imamura M, Biro S, Kihara T et al. Repeated thermal therapy improves impaired vascular endothelial function in patients with coronary risk factors. Journal of the American College of Cardiology, 2001.
- Mero A, Tornberg J, Mäntykoski M, Puurtinen R. Effects of far-infrared sauna bathing on recovery from strength and endurance training sessions in men. SpringerPlus, 2015.
- Masuda A, Nakazato M, Kihara T, Minagoe S, Tei C. Repeated thermal therapy diminishes appetite loss and subjective complaints in mildly depressed patients. Psychosomatic Medicine, 2005.
- Hussain J, Cohen M. Clinical effects of regular dry sauna bathing: a systematic review. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2018.
- Ernst E, Pecho E, Wirz P, Saradeth T. Regular sauna bathing and the incidence of common colds. Annals of Medicine, 1990.
- Laukkanen T, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen JA. Association between sauna bathing and fatal cardiovascular and all-cause mortality events. JAMA Internal Medicine, 2015.
Häufige Fragen
Wie heiß ist eine Infrarotsauna?
Wie lange sollte man in der Infrarotsauna bleiben?
Für wen eignet sich eine Infrarotsauna?
Ist eine Infrarotsauna nach dem Training sinnvoll?
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